Tripura Rahasya

Dattatreya

Tripura Rahasya ist eine der herausragenden Shakta Texte der Mutter Gottes Tradition

Für Raman Maharshi war Tripura Rahasya eine der größten Werke der Advaita Philosophie. Die Gelehrten betrachten es als tantrischen Text oder Shakta Text.

Es wird auch Haritaayana Samhita genannt nach dem Autor Haritaayana, Sohn des Harita.

Die Tripura Rahasya erläutert die Lehren der höchsten spirituellen Wahrheit. Gott Shiva selbst war es, der die höchste Wahrheit als erster Gott Vishnu lehrte. Vishnu inkarnierte auf der Erde als Sri Dattatreya, der wiederum lehrte sie Parasurama, der sie später Haritaayana weitergab.

Die Tripura Rahasya ist ein Dialog zwischen Dattatreya and Parasurama.

Parasuma, ein beherzter Brahmane, schwor, alle Kshatriyas (Krieger) zu töten um den Mord seines Vaters zu rächen. Nach diesem Blutbad legte er sich schwere Buße auf und traf schließlich auf Dattatreya, der einwilligte, sein spiritueller Lehrer zu sein.

Einführung in die Tripura Rahasya

Tripura bedeutet drei Welten oder Dreieinigkeit. Rahasya steht für Geheimnis oder Mysterium. Eigentlich ist es aber gar kein Geheimnis, das enthüllt werden muss. Denn unsere wahre Natur ist uns nur wegen unserer mangelnden Weisheit verschlossen. Daher ist Mysterium wohl die bessere Übersetzung. Tripura Rahasya bedeutet also das Mysterium der drei Welten.

Die drei Welten oder Bewusstseinsebenen sind der Wachzustand (Jagrut), der Traumzustand (Svapna) und der Zustand des Tiefschlafs (Shushupti). Das all diesem unterliegende Bewusstsein nennt sich Sri Tripura, die Mutter Gottes.

Die vedantische Übung der Kontemplation, auch Vichara genannt, wird empfohlen

Prinz Hemachuda heiratete Hemalekha, die Tochter eines Weisen. Der Prinz merkte bald, dass Hemalekha kein Interesse an den Freuden der Liebe hatte. Hemalekha erleuchtet ihren Mann mit einer unglaublichen Geschichte, die in Kapitel 5 wiedergegeben wird: über Zwang und Befreiung. Dies ist eine wunderbare Geschichte zum Nachdenken. Glücklicherweise enthält die Tripura Rahasya in Kapitel 8 auch eine Erklärung dieses Gleichnisses. Der Prinz verwendet diese Parabel für seine Kontemplation und erreicht dadurch den Zustand der Selbst-Realisierung. Diese vedantische Methode der Kontemplation wird auch als "Neti, neti" oder "nicht dies, und auch das nciht" bezeichnet, denn hierbei wird alles eliminiert, bis schließlich nur noch das Selbst übrig bleibt.

Tripura Rahasya: ein unkonventioneller Text

In Kaptiel 12 wird die faszinierende Geschichte des Weisen Mahasena und seinem Sohn erzählt. Der Sohn des Weisen hat im Inneren eines Berges seine eigene Welt errichtet. Der Umfang des Berges beträgt gerade mal ca. 3 km. Um so erstaunter ist Mahasena als er das Innere des Berges betritt und ein komplettes Universum mit einer Sonne, Sternen, Himmel, Ozeanen, Inseln, Berge und entfernten Ländern sieht. Was Mahasena aber noch mehr schockierte ist, dass im Universum seines Sohnes ein Tag die Länge von 12.000 Jahren seiner eigenen Welt maß. Dies war insbesondere ein Schock für ihn, als er wieder aus dem Universum seines Sohnes in seine eigene Welt zurückkehrte. Die Weisen dieser Zeit wussten bereits lange vor Einstein, dass Zeit nicht konstant ist.

In Kapitel 13 und 14 erläutern die Weisen die Ähnlichkeit zwischen Wach- und Traumzustand und warum das gesamte Universum lediglich eine Illusion ist. In dieser Geschichte lassen sich die Parallelen zu den philosophischen Ideen der Yoga Vasishtha sehr schön erkennen. Beim Lesen der Geschichte wird man sich auch fragen müssen: wenn schon der Sohn des Weisen so mächtig und weise ist, über welche Kräfte und Weisheit verfügt dann erst sein Vater. Über diese Frage lohnt es sich wirklich nachzudenken.

Interessant ist auch, dass eine Reihe von sehr weisen Frauen in den Geschichten erwähnt wird. Dies zeichnet den Text als provozierend und unkonventionell für seine Zeit aus, da der Status der Frauen in der damaligen Gesellschaft sehr untergeordnet war. In Kapitel 15 ist es eine als Einsiedlerin lebende Frau, die den großen Weisen Ashtavakra erleuchtet.

Dieser gnostische Text respektierte in kleinster Weise die existierenden kulturellen Werte und Rangordnungen der damaligen Gesellschaft. Dies wird insbesondere deutlich, als König Janaka in Kapitel 16 Ashtvakra erklärt, was die weise Frau ihn gelehrt hat. Ein solches Bekenntnis weiblicher Weisheit war einmalig für eine Zeit, in der die allmächtigen Brahmanen als unumschränkte Hüter der Weisheit und allen Wissens galten.

Kapitel 17 ist besonders interessant im Hinblick auf die Beschreibung der praktischen Aspekte "flüchtiger Samadhis". Dies impliziert, dass Samadhi keine ungewöhnliche Erfahrung darstellt. Die Erfahrung des Samadhi stellt eigentlich keinen Wert dar, weil diese Erfahrung nicht in der Lage ist, das Unwissen völlig zu beseitigen und zur Selbst-Realisierung zu führen. Die unterschiedlichen Stufen der Übungen Sravana, Manana und Nidhidhyasana werden ebenfalls dargestellt.

Englische Übersetzung der Tripura Rahasya

Der Text wurde ursprünglich in Sanskrit geschrieben und in eine Vielzahl lokaler Sprachen übersetzt. Die erste Übersetzung ins Englische wurde vermutlich von Swami Ramanananda Saraswathi (Sri Munagala S. Venkataramaiah) vorgenommen und von Sri Ramanasramam, Tiruvannamalai, veröffentlicht.

Quellenangabe:

Tripura Rahasya: The Mystery beyond the Trinity

Shakti Sadhana: Steps to Samadhi

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