Swami Rama und die Himalaya Tradition

[Translate to Deutsch:] Swami Rama Bharati

Die Lehren der Himalaya Tradition werden von Swami Rama, Meister aus dem Himalaya, erläutert.

Nachfolgend ein Auszug aus dem Buch "Unter Meistern im Himalaya - Autobiographie" von Swami Rama: 

Unsere Tradition

Shankaracharya errichtete vor ca. 1.200 Jahren einen asketischen Orden, obwohl viele Asketen bereits in einer ununterbrochenen Linie seit der vedischen Zeit lebten. Er organisierte seinen Orden über fünf Haupt-Zentren im Norden, Osten, Süden, Westen und in der Mitte von Indien. Alle asketischen Orden Indiens rühren von einem dieser Zentren her. Unsere Tradition heißt "Bharati". "Bha" bedeutet Wissen und "rati" bedeutet Liebender. Bharati bedeutet also "derjenige, der das Wissen liebt". Hieraus leitet sich das Wort Bharata ab, das Land des spirituellen Wissens, einem der Sanskrit-Namen für Indien.

Einzigartig ist unsere Tradition, weil sie auf eine ununterbrochene Linie von Weisen zurückgeht und weiter zurückreicht als Shankara. Obwohl unsere Himalaya Tradition auf Shankara zurückgeht, ist sie rein asketisch und wird in den Höhlen des Himalaya praktiziert und ist nicht verbunden mit Institutionen in den Ebenen Indiens. In unserer Tradition ist das Lernen der Upanishaden sehr wichtig, zusammen mit der Unterrichtung besonders fortgeschrittener spiritueller Praktiken durch die Weisen. Die Mandukya Upanishad wird als einer der maßgeblichen Schriften akzeptiert.

Das Wissen über Srividya wird Schritt für Schritt vermittelt und der fortgeschrittene Schüler wird in Prayoga Shastra unterrichtet, welches den Praxisbezug und die Anwendung verschiedener Disziplinen enthält, deren der Schüler folgt, um das darin enthaltene Wissen zu erlangen. Wir glauben sowohl an das Mutter- als auch an das Vater-Prinzip des Universums. Dies bedeutet, dass das, was Maya oder Illusion ist, in unserer Anbetung zur Mutter wird und kein Hindernis auf dem Weg zur spirituellen Erleuchtung darstellt. Alle unsere Übungen und Anbetung ist intern und wir führen keine Rituale durch. In unserer Tradition gibt es drei Stufen der Initiation: 

 

  1. Mantra, Atem-Bewusstsein und Meditation
  2. Innere Verehrung von Srividya und Bindu Vedhan (Durchstechung der Perle der Weisheit)
  3. Shaktipata und das Heraufführen der Kundalini-Energie zum Sahasrara Chakra, dem tausendblütigen Lotus.

 

 

In unserer Praxis sind wir nicht verbunden mit einer bestimmten Religion, Kaste, Geschlecht oder Hautfarbe. Solche Yogis werden Meister genannt und sie sind berechtigt, das traditionelle Wissen weiterzugeben. Wir befolgen streng die Disziplin der Weisen.

Es ist mir nicht möglich, die geheimen Lehren des Prayoga Shastra im Detail zu erläutern, denn es gilt der Grundsatz: "na datavyam, na datavyam, na datavyam" – "Nicht weitergeben, nicht weitergeben, nicht weitergeben", es sei denn, jemand ist bereit, engagiert und übt in einem hohen Maße Selbst-Kontrolle. Diese Errungenschaften können durch die Erfahrungen der Weisen der Vergangenheit überprüft werden. In unserer Tradition ist Gurudeva kein Gott, sondern ein erleuchtetes Wesen, welches diesen Zustand durch aufrichtige und hingebungsvolle Übung erreicht hat. Wir glauben an die Gnade des Guru als das höchsten Mittel zur Erleuchtung, aber der Guru ist nie das Ziel. Der Zweck des Guru ist es, seine Schüler selbstlos auf dem Weg zur Perfektion zu begleiten.

Unsere Tradition hat die folgende Orientierung

Unsere Philosophie basiert auf dem einen Absoluten ohne ein Zweites.

Der Menschheit durch Selbstlosigkeit zu dienen ist, ein Ausdruck von Liebe, der man durch Verstand, Handeln und Rede folgen sollte. 

Das Yoga-System von Patanjali ist ein erster Schritt, der uns auf die höheren Praktiken vorbereitet, aber philosophisch folgen wir dem Advaita System des Absoluten ohne ein Zweites.

Meditation wird systematisch ausgeübt, indem der Körper ruhig gestellt wird, der Atem gleichmäßig und sanft und der Geist unter Kontrolle gebracht wird. Atembewusstsein, Kontrolle des vegetativen Nervensystems und der disziplinierte Umgang mit primitiven Trieben gehören zur täglichen Praxis.

Wir lehren generell den mittleren Weg. Schüler, die für die höheren Stufen des Lernens vorbereitet sind, haben die Möglichkeit, die fortgeschrittenen Praktiken zu erlernen. Dies hilft den Menschen in ihrem täglichen Leben in der Welt zu leben und doch nicht an ihr zu haften. 

Zur Klarstellung für Schüler aus dem Westen nennen wir unsere Meditations-Methode "Superconscious Meditation". Ich bin nur ein Bote, der die Weisheit der Meister des Himalaya unserer Tradition übermittelt und all das, was spontan dem Zentrum meiner Intuition entspringt, das und nur das unterrichte ich. Auf Anweisung meines Meisters, bereite ich meine Vorlesungen oder Reden nie vor.

Wir wollen niemanden konvertieren oder seine kulturellen Gewohnheiten verändern. Wir wollen auch niemanden zu einem bestimmten Gott führen. Wir respektieren alle Religionen gleichermaßen, indem wir jeden lieben und keinen ausschließen. Wir sind nicht gegen irgendeine Art von Tempel, Moschee oder Kirche. Wir wollen allerdings auch keine Häuser für Gott bauen und gleichzeitig Menschen ignorieren. Unsere feste Überzeugung ist, dass jeder Mensch eine lebendige Institution oder ein Tempel ist.

Unsere Mitglieder sind auf der ganzen Welt vertreten und zum Wohle der Kommunikation glauben wir auch an Bildung.

Wir praktizieren Vegetarismus. Wir lehren eine Ernährungsweise, die gesund ist und ein langes Leben unterstützt. Gleichzeitig aber sind wir nicht starr und zwingen unsere Schüler nicht dazu, Vegetarier zu werden.

Wir respektieren die Institution der Familie. Die Erziehung der Kinder durch die Einführung eines Selbst-Training-Programms ist für uns sehr wichtig. Allerdings wollen wir ihnen unsere Einstellung, unseren Glauben und unsere Lebensweise nicht aufzwingen.

Unsere geschulten Lehrer vermitteln systematisch alle Aspekte des Yoga in Bezug auf Körper, Atem, Geist und die individuelle Seele. Innere und äußere Wahrnehmung ist der Schlüssel und der Schüler wird behutsam in die Methoden zur Erweiterung des Geistes eingeführt.

Um der Menschheit zu dienen, prüfen und verifizieren wir und kommen im Hinblick auf die Yoga-Praktiken, einschließlich Entspannung und Meditation, zu bestimmten Rückschlüssen.

Unsere Experimente sind dokumentiert und zum Wohle der Menschheit veröffentlicht.

Wir glauben an universelle Brüderlichkeit, alle zu lieben und niemanden auszuschließen.

Wir halten uns strikt aus politischen Angelegenheiten heraus und kritisieren keine Religion.

Die Praxis von Gewaltlosigkeit in unserem Geist, unseren Handlungen und in unserer Sprache ist für uns von großer Bedeutung.

Das Wissen, das von den Weisen und Meistern des Himalaya vermittelt wird, führt den Aspiranten wie ein Licht in der Dunkelheit. 

Der Zweck dieser Botschaft ist es, das göttliche Feuer zu erwecken, welches jedem von uns innewohnt. Wenn dieses Feuer durch perfekte spirituelle Disziplin geschürt wird, steigt es höher und höher, bis es das große Licht der Wahrheit erreicht. Es steigt durch das vegetative Nervensystem und den Geist und durchläuft unseren gesamten geistigen Horizont und tritt schließlich ein in das Paradies des Lichts, welches in ewiger Wahrheit sein höchstes Zuhause ist. 

Der erleuchtete Übende verweilt ruhig und ausgestattet mit höchster Macht in seiner himmlischen Erfahrung und genießt den Nektar der unendlichen Glückseligkeit. Dieses Kind der Unsterblichkeit ist ein Kind universeller Eltern, jederzeit geschützt durch die Göttliche Mutter. Dieses begeisterte und gesegnete Kind verweilt in seiner Göttlichkeit - berauscht vor Freude. Es wird zum Weisen, zum schlaflosen Gesandten und allzeit wachsamen Vorbild für diejenigen, die auf dem Pfad sind. Solch ein Weiser auf dem Pfad ist ein Vorbild für die Menschheit um sie zu trösten, ihnen zu helfen und sie zu erleuchten.

Om Shanti, Shanti, Shanti!

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