Yoga und Religion

Laxmi, von unbekannte indischer Künstler

Wir versuchen zu ergründen, warum Yoga keine Religion ist.

Religionen im Vergleich

Religion ist ein westliches Konzept, daher wurde das Wort durch die westliche Kultur und seine Überzeugungen definiert, welche von den Religionen des Buches (Judentum, Christentum und Islam) dominiert werden.

  1. Man kann nur einen einzigen Glauben oder eine einzige Religion haben. Deshalb kannst du entweder Christ oder Muslim sein. Du kannst nicht gleichzeitig beides sein.
  2. Eine Religion erhebt immer einen Anspruch auf Wahrheit. Eine Religion behauptet, dass ihr Weg der einzige und allen anderen überlegen ist.

Wenn wir beide der oben genannten Bedingungen erfüllen wollen, können die sogenannten östlichen Religionen mit Ursprung in Indien, wie z.B. Sanatana Dharma (Hinduismus), Jain Dharma (Jainismus) und Buddhistischer Dharma (Buddhismus), nicht als Religionen klassifiziert werden. Dasselbe gilt für die reichen spirituellen Traditionen aus dem Fernen Osten: Shinto, Tao und Konfuzianismus.

  1. Sanatana Dharma oder Hinduismus, wie er im Volksmund genannt wird, erlaubt es dir, andere Überzeugungen und Praktiken zu haben als andere Glaubensrichtungen. Ein Hindu kann Bilder von verschiedenen Göttern, Propheten und Heiligen auf seinem Altar haben. Es ist keine Ausnahme, dass ein Hindu Gottheiten, Propheten, Heiligen und Kultstätten aller geistigen Traditionen mit Respekt begegnet. Jains sind oft Anhänger von Amba, einer personalisierten Form der Göttlichen Mutter.
  2. Sanatana Dharma oder Hinduismus erhebt keinen Anspruch auf die Wahrheit. Man sieht alle Glaubensrichtungen als Wege, die zum gleichen Ziel führen. Alle Wege gelten als gültig. Sanatana Dharma oder Hinduismus macht keine Bekehrungen. Jeder, der die Autorität der Veden anerkennt, ist ein Hindu.

Ist Yoga eine Religion?

Im Yoga ist es nicht erforderlich, dass du deine religiösen Überzeugungen aufgibst. Du kannst Yoga praktizieren, auch wenn du Christ oder Muslim bist. Ebenso wenig erhebt Yoga den Anspruch, der einzige Weg zum Göttlichen zu sein.

Yoga ermöglicht es dir, die Natur des Göttlichen, der Wahrheit oder der höheren Realität zu erforschen. Es bietet dir Techniken, mit denen du sowohl die innere als auch die äußere Welt erkunden kannst, damit du die Wahrheit für dich empirisch verifizieren kannst.

Du bist frei, deinen eigenen Lebensstil zu erschaffen, durch Versuch und Irrtum und Lebenserfahrungen deine eigenen Werte und Überzeugungen zu formen. Jeder kann Yoga praktizieren, um die Natur des Göttlichen für sich selbst zu erfahren, ganz unabhängig von Konfession und Glaubensrichtung.

Die Methode des Yoga ist ideal für alle, die sich nicht mit willkürlichen Regeln zufrieden geben, die die Regeln der Gesellschaft hinterfragen und in Frage stellen. Es ist für Menschen, die das große Ganze verstehen wollen und sich nicht mit festgefahrenen Überzeugungen und Ritualen zufrieden geben.

Yoga ist keine Religion

Es ist wichtig zu beachten, dass Yoga zwar keine Religion ist, aber aus der hinduistischen Welt hervorgegangen ist.

Comments:

Write a Comment:

  • *
  • *
  • *
  • *