"Wer bin ich?" Vedantische Übung Selbsterforschung

Raman Maharishi, Der Heilige von Arunachala

"Wer bin ich?" ist eine spezielle Form der Selbsterforschung oder Vichara.

Diese Praxis wird oft dem großen Heiligen von Arunachala, Raman Maharshi, zugeschrieben. In der Tat ist diese Praxis so alt wie das Leben selbst. Sie wird auch in den alten Texten, wie bspw. der Tripura Rahasya beschrieben, ein Text, den der große Heilige Raman sehr schätzte.

"Wer bin ich?" Der kürzeste Weg zur Selbstverwirklichung

Sobald ein aufrichtig Suchender den Prozess der Selbsterforschung mit Vichara beginnt, kommt der verborgene Teil des Geistes zum Vorschein. Mit dieser vorbereitenden Übungen des Vichara beginnt der Suchende damit seinem Geist zu erklären, dass er zu weltlich ist und entwickelt eine Beziehung zu seinem Geist.

Es ist ähnlich wie das Auseinanderziehen eines Pullovers. Der anfängliche Dialog ähnelt an das Ziehen eines einzelnen Fadens. Sobald der Pullover dann auseinanderfällt, stellst du dir die Frage, wo hat es eigentlich angefangen. Um eine Antwort zu finden, kannst du einen der Fäden fassen und ihn zurück an den Anfang verfolgen.

Sobald die künstlichen Strukturen, die unserem Geist von uns selbst und unserer Gesellschaft auferlegt worden sind, auseinanderfallen, stellt sich uns die Frage aus der Tiefe des Geistes und des Herzens: "Wer bin ich?" Die Frage bahnt sich ihren Weg durch die Schichten des Geistes so wie der Faden, der dich zurück an den Anfang führt.

Jetzt ist der Suchende auf dem besten Weg zu einer tieferen Praxis des Vichara, eine Praxis, die von Raman Maharishi, dem großen Heiligen von Arunachala empfohlen wurde, um durch das Labyrinth des Geistes zu gelangen.

Neti, Neti - Nicht dies, nicht dies

Die Form der Selbsterforschung durch die Frage "Wer bin ich?" ist eine spezielle Form des Vichara. Um zu einer Antwort zu gelangen, verwendet der Suchende die alte vedische Weisheit "Neti, Neti" oder "nicht dies, nicht dies". Durch den Prozess der Eliminierung gelangt der Suchende zur richtigen Antwort.

Raman Maharshi erläutert die erste Frage, die von einem leidenschaftlich Suchenden gestellt wird und die in der Broschüre Nan Yar: „Wer bin ich?“ veröffentlicht ist.  Maharshi hat oft gesagt, dass dieses kleine Büchlein alles ist, was ein aufrichtig Suchender zu lesen braucht. 

Unten findest du die Antwort von Raman Maharshi:

"Ich bin nicht der grobstoffliche Körper, der aus sieben Elementen (dhatus) besteht.

Ich bin nicht die fünf kognitiven Sinnesorgane; Hören, Fühlen, Sehen, Schmecken und Riechen, die ihre jeweiligen Objekte im Klang, der Berührung, der Farbe, dem Geschmack und dem Geruch finden, bin ich auch nicht.

Die fünf aktiven Sinnesorgane, d.h. die Sprache, die Fortbewegung, das Greifen, die Ausscheidung und die Fortpflanzung, die korrespondieren mit ihren jeweiligen Funktionen des Sprechens, der Bewegung, des Greifens, des Ausscheidens und des Genießens haben, bin ich nicht.

Ich bin nicht die fünf lebenswichtigen Pranas oder Energien.

Auch der Geist, der denkt, bin ich nicht.

Selbst die Phase des Tiefschlafs, in der sich keine Objekte befinden, bin ich nicht. "

Die Tattvas oder Elemente

So geht der Suchende durch den Prozess der Negation, um zu einer Antwort zu gelangen. Diese Methode wird auch als "Neti, Neti" bezeichnet und wird in den Upanishaden beschrieben.

Was der Suchende im Wesentlichen tut, ist durch die sogenannten "Tattvas" oder Elemente zu gehen.

Die Tattvas sind nichts anderes als die Komponenten unseres Universums. Die Wiederholung der obigen Antwort, wie sie von Raman Maharishi dargelegt wurde, bleibt lediglich eine intellektuelle Übung. Es ist viel wichtiger, Erkenntnisse und meditative Erfahrungen zu sammeln. Natürlich ist ein gewisses Maß an Reife und Aufrichtigkeit notwendig, aber ebenso notwendig ist auch das tägliche Experimentieren mit den Elementen und diese in unserem täglichen Leben zu "sehen".

Ergänzende Yoga Meditation Praxen

Doch für die meisten von uns ist diese Abkürzung eine wirkliche Herausforderung. Daher funktioniert sie am besten, wenn sie als eine ergänzende Praxis verstanden wird. Die vier komplementären Praktiken sind:

  • Vichara, inklusive Yoga Nidra
  • Mantra
  • Meditation
  • Gebet

 

 

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