Was bedeutet THAT?

Die Bedeutung von THAT wird erklärt und eine alte Geschichte aus den Upanishaden wird erzählt.

Svetaketu war der Sohn eines Brahmanen und lebte vor vielen Tausenden von Jahren in Indien. Er hatte seine lange Lehrzeit abgeschlossen und als er nach Hause zurückkehrte, war er ziemlich eingebildet. Schulen waren damals auch nicht besser als heute. Heutzutage lernt ihr Dinge wie die Hauptstadt der Mongolei oder das genaue Datum, als Napoleon die Schlacht von Waterloo verlor (wetten, dass ihr beides nicht mehr wisst).

Und dann, wenn die Schule vorbei ist, wisst ihr immer noch nichts über euch selbst, was ihr mit eurem Leben anfangen sollt und wie ihr einfach glücklich seid. Und jetzt mal ehrlich: ist das nicht eigentlich das Einzige, was wirklich zählt? Svetaketu´s Vater wusste all das und er machte sich Sorgen über seinen Sohn. 


Erkenne das EINE und du weißt alles, was es zu wissen gibt 


"Kennst du das EINE?" fragte er seinen Sohn, "Dieses EINE, dass wenn du es kennst, dir alles Wissen erschließt?" Svetaketu murmelte vor sich hin: "Ich habe alle shlokas auswendig gelernt, ich weiß, was es mit den Feuerritualen auf sich hat und all die anderen Sachen, aber dieses EINE, das allumfassende Wissen, davon habe ich noch nie gehört." 


Svetaketu´s Vater seufzte. Er war ein weiser Mann. Nein, nein, nicht so einer der päpstlicher ist als der Papst. In Wirklichkeit war er ein ziemlich cooler Typ und sehr unorthodox. Er wusste, dass er nun die Dinge selbst in die Hand nehmen musste. Er war ein Mann der Tat und nicht der bloßen Worte und so zögerte er nicht lange. Er bat Svetaketu, ihm eine Feige zu bringen.

Feigen-Samen

Das Experiment mit dem Feigen-Samen

Svetaketu brachte ihm eine Feige. "Teile sie", gebot ihm der Vater mit der natürlichen Autorität eines Weisen. Svetaketu teilte die Feige in zwei Hälften und fand darin viele Samenkörner. Sein Vater nahm eine von ihnen und gab sie Svetaketu. "Teile das Samenkorn", sagte er. Svetaketu tat, wie ihm geheißen war. Seine Arroganz verschwand langsam. Svetaketu war plötzlich offen, er war neugierig und er vertraute seinem Vater. 


"Was siehst Du?" fragte der Vater mit einem leichten Lächeln um seine Lippen. 
Svetaketu blickte in die tiefen endlosen Augen seines Vaters und antwortete: "Nichts. Gar nichts".
Der große Weise sprach: "Gar nichts? Aber aus diesem 'gar nichts', das du noch nicht einmal wahrnehmen kannst, wächst der ganze Feigenbaum. Was du 'gar nichts' nennst, ist die Realität."

Er nahm seinen Sohn in die Arme und flüsterte ihm zu: "Das bist du, Svetaketu". 


Das bist du 


"Tat Tvam Asi" oder "Das bist du" ist eine der großen Weisheiten der Upanishaden. Sie  taucht ursprünglich in der Chandogya Upanishad auf und war Inspiration für die Webseite THATfirst.  

Die Wahrheit zu suchen ist das höchste Ziel und hat unterschiedlichste Namen. Manche nennen es Erleuchtung, andere Selbstverwirklichung. Andere nennen es Brahman, das EINE, die Wahrheit oder die höhere Wirklichkeit. Da es so viele unterschiedliche Worte dafür gibt, beschlossen wir es so zu nennen, wie die unorthodoxen und, wenn man sich so überhaupt ausdrücken darf, "coolen" Weisen es nannten. Sie nannten es einfach "DAS" oder im Englischen "THAT". 


Lässt du dich auf "DAS" ein?